Wissenschaftliche Sammlungen

Lautarchiv

Nutzungsmöglichkeiten

In den Überlegungen und Regularien zu den Nutzungsmöglichkeiten des Lautarchivs über das Internet überlagern sich juristische Rahmenbedingungen (z.B. Persönlichkeits- und Urheberrechte) mit Aspekten der Archivorganisation und kulturethischen Überlegungen, da ein Teil der Aufnahmen in Zwangssituationen wie z.B. Kriegsgefangenenlagern entstanden ist. Daraus ergeben sich Fragen nach einer aktiven und verantwortungsvollen Rolle sowohl der Nutzer_innen als auch des Lautarchivs, wie zum Beispiel Wissen zu einzelnen Aufnahmen für nachfolgende Forschungen zur Verfügung gestellt werden kann. Der Themenkomplex der Nutzungsmöglichkeiten ist Gegenstand einer fortlaufenden Diskussion, so dass Änderungen der Nutzungspoltik in Anpassung an Rahmenbedingungen und Nutzungsszenarien möglich sind.

Frei zugängliche Daten

Der Datenbankkatalog ist uneingeschränkt online recherchierbar und die Schriftdokumente, die bereits als Digitalisat vorliegen (schriftliche Begleitdokumentation bis einschließlich 1918), sind online einsehbar. Jedoch können nur wenige ausgewählte Aufnahmen auch online angehört werden. Dies dient derzeit dazu, Eindrücke der jeweiligen Bestandsgruppen zu vermitteln und damit das Lautarchiv stellvertretend zu repräsentieren.

Bitte um Anmeldung und Feedback

Wenn Sie Interesse an weiteren Aufnahmen haben, bitten wir Sie, Kontakt zum Lautarchiv aufzunehmen. Ihnen wird dann Zugang zu den Aufnahmen gewährt, verbunden mit der Bitte, im Gegenzug dem Lautarchiv Materialien aus Ihrer Tätigkeit wie beispielsweise Übersetzungen, Transkriptionen oder Interpretationen der Aufnahmen sowie Belegexemplare von Publikationen zu den Aufnahmen zur Verfügung zu stellen. Selbstverständlich wird die Autor_innenschaft für derartiges Material entsprechend berücksichtigt. Mit diesem Vorgehen soll eine kooperative transdisziplinäre und transkulturelle Beschäftigung mit den Aufnahmen des Lautarchivs ermöglicht werden. Zugleich wird auf den Auf- und Ausbau eines Meta-Archivs abgezielt, um aufeinander aufbauende Auseinandersetzungen mit den Beständen zu ermöglichen und zu dokumentieren. Ziel ist eine fortlaufende multiperspektivische Anreicherung der Bestände.

Besuch vor Ort

Die Aufnahmen des Lautarchivs sowie die zugehörigen Dokumentationen können zudem vor Ort eingesehen werden. Studierende und andere Interessierte werden gerne beraten, wenn sie sich z.B. im Rahmen ihres Studiums oder von Qualifikationsarbeiten mit Beständen des Lautarchivs, seiner Geschichte oder auch seiner aktuellen Nutzung auseinandersetzen möchten. Auch die Verwendung von Aufnahmen für Ausstellungen, Rundfunk- und Fernsehbeiträge unterstützt das Lautarchiv aktiv.

Einschränkungen

Das Lautarchiv behält es sich vor, Anfragen zu Aufnahmen abzulehnen, wenn kein inhaltliches Interesse erkennbar ist oder abwertende, nationalistische oder rassistische Nutzungsformen zu befürchten sind. Sollten Forschungen zu einzelnen Aufnahmen ergeben, dass eine Veröffentlichung gegen den Wunsch einer Sprecherin oder eines Sprechers erfolgen würde, würde von einer Veröffentlichung abgesehen. Falls Ihnen eine Verwendung von Aufnahmen aus dem Lautarchiv auffällt, die Sie aus kulturethischer Sicht als nicht adäquat betrachten, sind wir für Hinweise dankbar.

Datenformate

Nach Kontaktaufnahme mit dem Lautarchiv werden zunächst MP3-files zugänglich gemacht. Die ebenfalls existierenden WAV-Dateien können für Publikationen, Vorführungen o.ä. zur Verfügung gestellt werden.

Vertiefung

Mit der Frage der Zugänglichkeit der Aufnahmen hat sich u.a. im Sommersemester 2015 ein Forschungsseminar unter dem Titel „Du hast mein Wort – Juristische und kulturethische Kriterien für die Nutzung der Aufnahmen aus dem Lautarchiv der Humboldt-Universität zu Berlin“ beschäftigt. Die Ergebnisse wurden zu einem Dossier zusammengefasst: Dossier „Du hast mein Wort“

Schellackplatten des Lautarchivs Foto: Irene Hilden
Schellackplatten des Lautarchivs Foto: Irene Hilden